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Thema: Affektkrampf/Epilepsie



Frage an die Kinderklinik Buch:



Meine Tochter Hannah (6 Jahre) hat seit sie ca. 3 Jahre alt ist etwa 2 mal im Jahr folgende Symptome: Sie wird rot im Gesicht, schluckt häufig (als ob sie zu viel Speichel im Mund hätte) und klagt manchmal über Bauchschmerzen. Unmittelbar danach fängt sie an zu reden, aber gleichsam in einer fremden Sprache. Es klingt wie Worte und Sätze, aber es ist nicht zu verstehen. Dabei ist sie abwesend, d.h. sie reagiert weder auf laute Ansprache noch auf leichtes Schütteln. Ich habe ansonsten keine körperliche Veränderungen registriert, d.h. sie verkrampft sich nicht und kann auch laufen. Dieser Zustand dauert nicht länger als 1 - 2 Minuten. Ich habe den Eindruck, dass sie rascher "zurückkommt", wenn ich sie ganz fest in den Arm nehme. Wenn sie wieder "da" ist, verhält sie sich ganz normal, ist allerdings manchmal ein wenig blass und etwas müde. Ich habe bisher keinen Auslöser für diese Zustände beobachten können, die sich immer morgens oder am Vormittag ereignet haben, und zwar auch nur in meiner Gegenwart.

Unsere Kinderärtzin meinte, es könne sich um Affektkrämpfe handeln oder auch um Epilepsie. Sie hat mir zu einem EEG in einer "normalen" Kinderklinik geraten, ggf. auch zu einem Schlaf-Entzugs-EEG, da diese Anfälle durch Stress ausgelöst werden könnten.

Ich wär Ihnen für Ihre Meinung dankbar, insbesondere welche Diagnosemöglichkeiten es gibt und ob Ihnen eine Klinik im Raum Bonn bekannt ist, die spezialisiert ist.

Vielen Dank!

Ruth Möller

Antwort der Experten:

Sehr geehrte Frau Möller,



nach Ihrer Beschreibung kann es sich bei Ihrer Tochter Anna durchaus um Anfälle handeln. Ein Krampfanfall muß keineswegs immer mit Verkrampfungen oder rhythmischen Bewegungen der Arme und Beine ablaufen. Das Spektrum reicht von geringen Blickwendungen, Abwesenheitszuständen, kurzen Nickern, fehlende Reaktion auf Ansprache, Umfallen, Anzeichen von Verwirrtheit bis zu unerklärlichen motorischen Aktionen. Nicht immer müssen sich diese Anfälle gleich im EEG zeigen.

Sie sollten sich deshalb an ein spezialisiertes Zentrum wenden, das auch mit komplizierten Anfällen Erfahrung hat.

Empfehlenswert wäre hier das Rheinische kinderneurologische Zentrum in Bonn, Waldenburger Ring 46, 53119 Bonn, Tel.-Nr.: 0228 6683130.



Mit freundlichen Grüßen





Dipl.-Med. Sabine Voigt

Fachärztin für Kinderheilkunde am Sozialpädiatrischen Zentrum

II.Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am Klinikum Buch



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Bitte denkt daran: Wir ersetzen an dieser Stelle auf keinen Fall einen Arzt !!! Die Sprechstunde kann ein Anhalt für Euch sein, Ihr solltet aber bei dem geringsten Verdacht, dass etwas nicht in Ordnung ist sofort mit dem Kind zum Arzt gehen!!!

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