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Thema: Gelbsucht
Frage an die Kinderklinik Buch:
Ich mache mir ein wenig Sorgen wegen des "Billi" Wertes xxx. Der Wert Betrug direkt nach der Geburt auf 11,8. Am zweiten Tag kam xxx mit 15,4 gleich unter die Lampe. Nach den ersten 8 Stunden durfte xxx wieder raus, da der wert auf knapp 13 sank. Dann stieg er aber bis auf 19,8 und xxx lag 4x hintereinander unter der Lampe. So wurde der Wert bis auf 15,0 "gequält" und wir hatten ein wenig Hoffnung, doch kaum war xxx eine Nacht draussen, stieg der Wert wieder bis auf 18 an, was wieder voll im Lampenbereich liegt, wo sich xxx nun auch wieder befindet. Ist das normal ? Oder muss man sich ein wenig Sorgen machen, das der Billi sich so hartnäckig hält. xxx trinkt gut. (3-4x am Tag 40Gramm von der Mutter). Der Stuhl und Urin sind heller geworden, auch die Haut ist nicht mehr so gelb, aber der Wert ist sehr hoch. Was kann man noch machen ?
Antwort der Experten:
Lieber Frau S.,
Seit Ihrer Anfrage vom Samstag sind inzwischen ja wiederum fast 36 Stunden vergangen und möglicherweise hat sich das Problem in positivem Sinne bereits von selbst gelöst. <br>
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Die Neugeborenengelbsucht - um die es sich bei xxx mit ziemlicher Sicherheit handeln wird - ist ja eine vorübergehende Krankheit der ersten Lebenstage. Sie hinterläßt bei richtiger Behandlung keinerlei Folgen, so daß ich Sie hier beruhigen kann.
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Aus der Ferne ist die genaue Einschätzung des Problems bei nur wenigen Angaben über die vorhandenen Befunde schwer möglich - Ich hoffe , Sie haben Verständnis dafür, daß meine Antwort deshalb nur ziemlich allgemein ausfallen kann. <br>
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Aus den Angaben Ihrer Anfrage und der Schilderung des völlig korrekten Behandlungsablaufes entnehme ich , daß xxx in Behandlung einer auf Neugeborenenerkrankungen spezialisierten Abteilung ( Neonatologie ) ist. Sie werden daher sicher von den Ärztinnen und Ärzten der Abteilung bereits Auskünfte über die Neugeborenengelbsucht bekommen haben . Es handelt sich dabei um eine nicht so seltene "Erkrankung" der ersten Lebenstage . Ganz einfach formuliert ist die Leber des Neugeborenen am Anfang noch nicht voll in der Lage all ihre vielen Funktionen wahrzunehmen. Nach der Geburt wird bei jedem Neugeborenen in unterschiedlichem Maße das vorhandene Blut abgebaut . Ein Produkt was bei diesem Blutabbau entsteht, ist das sogenannte Bilirubin ( Bili ) . Damit dieses Bilirubin über den Stuhl bzw. Urin ausgeschieden werden kann , muß es durch die Leber hierfür vorbereitet werden. Dazu ist die Leber nicht gleich vollständig in der Lage und der Wert steigt im Blut an . Ab einem bestimmten Wert sieht man eine Gelbfärbung der Haut ( Ikterus , Neugeborenengelbsucht ). <br>
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Es handelt sich also nicht wie bei anderen Formen der Gelbsucht um eine Leberkrankheit ( wie z.B. die Hepatitis A , B oder C ) , die oft eine Entzündung der Leber und ansteckend ist.
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Die Kinderärzte versuchen ab einem bestimmten Wert des Bilirubins im Blut einen weiteren Anstieg zu verhindern , vor allem damit keine Ablagerung des Bilirubins im Gehirn der Kinder erfolgen kann. Sie unterstützen die Arbeit der Leber durch den Einsatz einer Blaulicht- ( manchmal auch grünes Licht ) bestrahlung ( sogenannte Fototherapie ) . Durch das Licht wird das Bilirubin in der Haut so verändert, daß es vom Körper ausgeschieden werden kann , ohne daß hierbei die Leber eingreifen muß. Zwischen den Bestrahlungen müssen Pausen eingelegt werden , damit wieder neues Bilirubin in die Haut einströhmen kann. <br>
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Die Neugeborenengelbsucht beginnt etwa am 2./3. Lebenstag , hat ihren Höhepunkt um den 5.-7.Lebenstag , dann fällt der Wert in der Regel schrittweise ab , da die Leber funktionstüchtiger geworden ist und auch der Abbau des Blutes nicht mehr so stark vonstatten geht wie am Anfang . Nach etwa 14 Tagen sollte der Wert soweit abgefallen sein, daß die Haut nicht mehr gelb verfärbt ist . Es gibt aber auch Sonderfälle mit einer längeren Gebsucht = Ikterus prolongatus , der meist ebenso harmlos ist , aber durch Zusatzuntersuchungen des Kinderarztes geklärt werden muß. <br>
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Soweit zum normalen Ablauf der Neugeborenengelbsucht und nun etwas spezieller zu xxx . <br>
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Hier ist ja bereits nach der Geburt der Wert etwas erhöht bestimmt worden und stieg dann ziemlich schnell auf recht hohe Werte. Wir haben ja hier keine genaueren Angaben , aber es gibt zwei ziemlich häufige Ursachen dieser frühen Gelbsucht ( Ikterus praecox ) , die möglicherweise in Frage kommen - und nach Ihrer Schilderung völlig korrekt behandelt werden. So kommt es zu einem frühen und stärkeren Blutabbau mit Anstieg des Bilirubinwertes wenn Mutter und Kind verschiedene Blutgruppen haben ( z.B. Mutter Blutgruppe 0 und Kind Blutgruppe A oder B ) und die Mutter Abwehrstoffe produziert hat , die einen schnellen Abbau der roten Blutkörperchen des Kindes verursachen . Diese Abwehrstoffe haben auch nur eine bestimmte Lebensdauer, so daß ein Ende der Neugeborenengelbsucht auch hier absehbar ist . Ähnlich kann es zugehen, wenn das Kind vom Vater den Rhesusfaktor vererbt bekommen hat und die Mutter diesen Rhesusfaktor nicht hat ( Mutter rh - negativ , Kind RH positiv ) , auch hier sind vorübergehende Unverträglichkeitsreaktionen möglich , die zu einer frühen und anhaltenden Neugeborenengelbsucht führen können. Es gibt noch verschiedene weitere Unverträglichkeitsreaktionen zwischen dem Blut von Mutter und Kind , die dies auslösen können, die sich nicht immer eindeutig klären lassen können. Die Art der Behandlung ist immer diegleiche und erfolgt genauso wie sie bei xxxvorgenommen wird. <br>
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Am besten Sie fragen hier die behandelnden Ärzte einmal darüber aus.
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Ich hoffe, daß ich sie mit meiner Antwort etwas beruhigen konnte und denke Ihr Kind ist bei den derzeit behandelnden Ärzten in guten Händen.
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Mit freundlichen Grüßen aus Berlin
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Dr.med. Andreas Höck
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Facharzt für Kinderheilkunde / Neonatologie
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Bitte denkt daran: Wir ersetzen an dieser Stelle auf keinen Fall einen Arzt !!! Die
Sprechstunde kann ein Anhalt für Euch sein, Ihr solltet aber bei dem geringsten Verdacht,
dass etwas nicht in Ordnung ist sofort mit dem Kind zum Arzt gehen!!!
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