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Thema: Impfung



Frage an die Kinderklinik Buch:



Unser Kinderarzt versucht uns (wir haben zwei Kinder) zu dieser Impfung zu überreden. Ich weiß auch, daß die Hepatitis Impfung zu den empfohlenen Impfungen gehört. Dennoch bin ich nicht generell für alle Impfungen. Mich hat in diesem Fall besonders erschrocken, daß mir mein Arzt sagte, daß der Impfstoff gentechnologisch erzeugt wird (aus Hefezellen). Mir leuchtet nicht ein, warum ich mich anstrenge, Lebensmittel zu kaufen, die gerade nicht gentechnisch bearbeitet wurden und dann aber meine Kinder sogar mit so einem Impfstoff impfen lassen soll. Umsomehr, als das ein Impfstoff für meine Begriffe viel "mehr" in den Körper geht, bzw. direkt an das empfindliche Immunsystem soll.
Außerdem wüßte ich gern Ihre Meinung dazu, ob ich meinen Sohn jetzt überhaupt impfen lassen sollte. Er hatte im Januar PSH bekommen. Leider einen sehr schweren Verlauf. Er war vier mal stationär im Krankenhaus, hatte neben Gelenkentzündungen und den üblichen Peterchen Blasen-, Nieren- und mehrmals schwere Darmentzündungen (tagelang auschließlich Blutstuhl). Er hat einen leichten Nierenschaden davongetragen, so daß er bis heute mal mehr mal weniger Blut im Urin hat und wir immer noch regelmäßig zur Kontrolle müssen.
Wenn also sein Immunsystem noch nicht wieder völlig stabil ist, sollte man es dann durch eine zusätzliche Impfung reizen?
Ich habe nämlich leider unterschiedliche Meinungen dazu gehört.
Vielen Dank für Ihre Antwort

Antwort der Experten:

Sehr geehrte Frau Carola E,



Fortschritte in der Mikrobiologie ermöglichten in den letzten 15 Jahren die gentechnologische Herstellung eines hochreinen Hepatits-B-Impfstoffes. Die Wirtszelle für die Produktion des Hepatitis-B-Gens ist hierbei die ganz gewöhnliche Bäckerhefe, die nicht nur "zum Backen" benötigt wird, sondern z.B. auch zum Bierbrauen. Die Erbinformation und die Stoffwechselvorgänge dieser Hefe sind uns heute bestens bekannt. Die Hefe bildet keine schädlichen Nebenprodukte und löst auch keine Allergien aus. Mittels dieser Technik werden auch andere Medikamente, wie z.B. Insuline für Diabetiker hergestellt.

Ein Riesenfortschritt in der Medizin !

Früher wurden Hepatitis-B-Impfstoffe aus dem Plasma von an Hepatitis-B erkrankten Menschen hergestellt. sicher ein größeres Risiko als die heutige Technik.

Bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln ( Mais, Kartoffeln, Sojabohnen ... ) ist die Situation ein wenig anders. Es sind überhaupt nicht miteinander vergleichbare Mengen, die hier dem Körper einverleibt werden.

Die Hepatitis-B-Impfung ist gerade bei Ihrem Sohn bei seinen Vorerkrankungen sehr zu empfehlen. Das Immunsystem wird durch die Impfung wohl weniger belastet als bei einem banalen grippalen Infekt. Wir stimmen mit Ihrem Kinderarzt völlig überein, der zur Impfung rät.



mit freundlichen Grüßen aus Berlin



Dr.med. R.Noack

Facharzt für Kinderheilkunde / Infektiologie

Institut für Infektiologie, Mikrobiologie und Hygiene am Klinikum Buch



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Bitte denkt daran: Wir ersetzen an dieser Stelle auf keinen Fall einen Arzt !!! Die Sprechstunde kann ein Anhalt für Euch sein, Ihr solltet aber bei dem geringsten Verdacht, dass etwas nicht in Ordnung ist sofort mit dem Kind zum Arzt gehen!!!

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