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Thema: Operation
Frage an die Kinderklinik Buch:
Mein Sohn xxx wird morgen operiert. Er bekommt die Polypen herausoperiert -
eine Adenotomie- nennt man das glaube ich .
Vom zuständigen Arzt habe ich nicht allzu viele Informationen über die
Operation selber erhalten. Ein Wenig ist das auch meine Schuld, da ich so
aufgeregt war, als ich die Diagnose erfuhr - Operation.
Na, und jetzt mache ich mir doch so meine Gedanken: kann ich bei ihm bleiben,
bis die Narkose wirkt ? wie lange dauert der Eingriff ? wie geht der
Eingriff vonstatten ? wie reagiert der Kleine nach dem Aufwachen ( ich
habe von einem Ethergeruch aus dem Hals des Kindes gehört )? hat er große
Schmerzen ? darf er trinken, so bald er aufwacht ? ( er ist nämlich immer sehr
durstig ) kann es zu Nachblutungen kommen ?
Im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort
Antwort der Experten:
Sehr geehrte Frau xxx
Eine Adenotomie, im
Laiensprachgebrauch spricht man von Polypenentfernung, ist heute ein relativ
risikoarmer, komplikationsloser
operativer Eingriff, den v.a. Kleinkinder
gut tolerieren.
Dabei wird die sogenannte Rachenmandel
(sie liegt verborgen und ist eine nur mit einem speziellen Spiegel des
HNO-Arztes sichtbar werdende Wucherung zwischen Nasen-und Rachenraum) mit einem
scharfen „Löffel“ entfernt. Der Eingriff selbst dauert nur ein paar
Minuten. Narkosen sind heutzutage ausgesprochen gut verträglich, Äther wird
natürlich schon lange nicht mehr genommen (daher auch kein Äthergeruch aus dem
Mund). Schmerzen sind zunächst kaum vorhanden, da die Narkose noch etwas wirkt,
die später eventuellen Schmerzen werden großzügig mit Zäpfchen behandelt.
Essen und Trinken darf man ca. 4 Stunden vorher und 1 Stunde nach dem Eingriff
nicht.
Notwendig ist eine Adenotomie bei
chronischen Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Die Rachenmandelvergrößerung
ist dann nämlich meist Ursache der immer wiederkehrenden Entzündungen in
diesem Bereich. Ursache ist eine Verlegung der Ohrtrompeten (das ist die
Verbindung zwischen Nasen-Rachenraum und Mittelohr) und infolge dessen kommt es
zu Minderbelüftung des Mittelohres mit Ergußbildung.
Desweiteren ist die Mandelwucherung natürlich
ein idealer Sammel-und Vermehrungsplatz für Keime.
Zeichen einer Rachenmandelvergrößerung
sind Mundatmung, offener Mund, Schnarchen, Mundgeruch, näselnde Sprache, ständiger
Reizhusten insbesondere im Liegen, Schwerhörigkeit und eine Schleim-Eiterstraße
an der Rachenhinterwand.
Bei Ihrem Kind mit den von Ihnen
angegebenen häufigen Erkrankungen im o.g.Bereich wird sicher ein HNO-Arzt diese
Diagnose gestellt haben. Damit Ihr Kind in Zukunft unbelasteter aufwachsen kann
und nicht durch ständige Erkrankungen gehandicapt ist, kann ich Ihnen in diesem
Fall zu dieser harmlosen operativen Maßnahme bei Ihrem Kind zuraten.
Zur Art und Weise der Operation gibt es
sicher auch unter Medizinern sehr verschiedene Meinungen. Ich würde diese
Operation bei meinem Kind ausschließlich mit Narkose und in einer Klinik mit
mindestens 24-stündiger Nachbeobachtung durchführen lassen. Man kann diesen
Eingriff auch ambulant gut überstehen, vorausgesetzt er verläuft
komplikationsfrei. Als häufigste Komplikation nach solch einem Eingriff sind
die Nachblutungen gefürchtet.
Am besten, Sie erkundigen sich bei Ihrem
Kinderarzt nach einer Klinik in Wohnortnähe, welche HNO-ärztliche Eingriffe
vornimmt, wo Ihr Kind kindgerecht untergebracht wird und wo Sie als begleitende
Mutter ständig (auch während der Narkoseeinleitung) bei Ihrem Kind dabei
sein können. Dort werden Sie und Ihr Kind dann sicher auch über alle
notwendigen Maßnahmen verständlich aufgeklärt werden.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
an Sie und Ihre Familie und guten Besserungswünschen für Ihren Sohn aus Berlin
Dr.med. Gudrun Georgi
Fachärztin für Kinderheilkunde
II.Klinik für Kinderheilkunde und
Jugendmedizin am Klinikum Buch
Bitte denkt daran: Wir ersetzen an dieser Stelle auf keinen Fall einen Arzt !!! Die
Sprechstunde kann ein Anhalt für Euch sein, Ihr solltet aber bei dem geringsten Verdacht,
dass etwas nicht in Ordnung ist sofort mit dem Kind zum Arzt gehen!!!
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