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Thema: Zöliakie



Frage an die Kinderklinik Buch:



Meine Tochter hat in den letzten drei Monaten immer wieder leichte Infekte mit Husten und Schnupfen,teilweise mit Durchfall, inzwischen zweimal mit, wie die Kinderärztin entdeckte, „Bläschen“ im Rachen, die mit mehreren Tagen Fieber einhergingen.
Währendessen hat Melina sehr schlecht gegessen, und auch wenn sie zwischendurch mal wieder gesund schien, aß sie sehr schlecht. nun hatte sie aktuell 10 Tage Fieber, davon 4 Tage sehr hohes ( bis 41°C ), das wir nur mit Fieberzäpfchen senken
konnten. Wieder hat sie dabei Husten und Schnupfen und Bläschen im Rachen, der Stuhlhang ist breiig und übelriechend.
Bei einer Blutuntersuchung kam heraus,dass keine bakterielle Infektion vorliegt , sowie dass sie starken Eisenmangel hat (die Ärztin nannte einen Wert von 18 ) nun entdecke ich seit zwei Tagen, dass Melina mal wieder einen erstaunlich aufgeblähten Bauch hat, der nicht zu den geringen Mengen, die sie isst, „passt“. Bei der Untersuchung bei der Kinderärztin war der Bauch jedoch nicht so dick, sie hat ihn gründlich abgetastet und nichts festgestellt. Manchmal scheint es , als hätte Melina krampfartige Schmerzen, vorwiegend, wenn sie nachts aufwacht, überstreckt sie sich manchmal ruckartig, beruhigt sich aber auch wieder relativ schnell. Sie bekommt allederdings auch gerade Zähne, die ihr offensichtlich zu schaffen machen.
Soviel zur Beschreibung. Die Aussage der Kinderärztin, dass für Melinas Beschwerden ein Virus vorliegen muss, beruhigt mich irgendwie nicht.
Nun meine Fragen an Sie : was kann ich tun, um die Abwehr meines Kindes zu stärken ?
Wie häufig kommt Zöliakie bei Babies vor und könnte eventuell Zöliakie vorliegen ?
Würde man Zöliakie bei der Blutuntersuchung festgestellt haben können ?
Auf Anraten der Kinderärztin soll ich schon seit zwei Monaten von Folgemilch auf Kuhmilch umsteigen, was ich aber aus Allergievorbeugung noch nicht geatn habe.
Ist es ratsam, damit zu warten, bis sie wieder ganz gesund ist ?

Vielen Dank !



Antwort der Experten:

Sehr geehrte Frau xxx,
 

  • Kleine Kinder um das erste Lebensjahr herum haben leider relativ häufig Infekte der oberen Luftwege und dabei hohes Fieber.  Dabei können auch Bauchsymptome , wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall auftreten. Oftmals sind solche Symptome auch bei der Zahnung zu finden. Bei einer Häufung von fieberhaften Infekten kann auch ein vorübergehender Eisenmangel auftreten.
  • Bauchschmerzen, Blähbauch und Eisenmangel können ebenfalls Symptome einer Zöliakie sein. Zöliakie ist eine Krankheit mit einer Häufigkeit in Mitteleuropa von ca. 1 Erkrankung auf 1.000 - 2.000 Menschen. Um orientierend  die Frage nach einer Zöliakie bei Ihrem Kind beantworten zu können, kann Ihr Kinderarzt folgende Blutuntersuchungen veranlassen :  Bestimmung von Gliadin - Antikörpern der Klasse IG - A und IG - G , sowie Endomysium - Antikörper der Klasse IG - A . Außerdem sollten die Immunglobuline IG - A , IG - G und IG - M zum Ausschluß eines Mangels untersucht werden. Die Interpretation der bestimmten Antikörperbefunde ist manchmal schwierig und sollte gegebenfalls mit einem Kindergastroenterologen ( Spezialisierung für Magen-Darm-Erkrankungen im Kindesalter ) besprochen werden. Die Diagnose einer Zöliakie kann letztendlich nur durch eine Gewebsuntersuchung der Dünndarmschleimhaut ( Dünndarmbiopsie ) gestellt werden.
  • Mit dem vollendeten 1.Lebensjahr kann normalerweise von der Folgemilch auf Kuhmilch mit 1,5 % Fettgehalt umgestellt werden, es ist aber nicht unbedingt notwendig. Es wäre nur eventuell einfacher im täglichen Leben, die Milch kaufen zu können , ohne sie erst herstellen zu müssen und ist letztendlich auch deutlich preiswerter. Es spricht aber überhaupt nichts dagegen, die Zeitspanne dieser Umstellung ohne Probleme später zu realisieren. Die Furcht hier eine Kuhmilchallergie auszulösen ist meist nicht begründet, da schon nahezu alle vorangegangenen Milchnahrungen auf Grundlage der Kuhmilch hergestellt worden sind. Wenn sich hier bisher keine Unverträglichkeiten gezeigt haben , sind sie nur in extrem wenigen Fällen erst jetzt zu erwarten.  Dies trifft auch für die sog. HA - Nahrungen ( hypoallergen ) zu , die wie der Name es schon sagt, allergenarm aber nicht allergenfrei sind.


mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Dr.med. S.Petau
Fachärztin für Kinderheilkunde am Sozialpädiatrischen Zentrum
II.Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am Klinikum Buch




Bitte denkt daran: Wir ersetzen an dieser Stelle auf keinen Fall einen Arzt !!! Die Sprechstunde kann ein Anhalt für Euch sein, Ihr solltet aber bei dem geringsten Verdacht, dass etwas nicht in Ordnung ist sofort mit dem Kind zum Arzt gehen!!!

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